Das Leben eines nahestehenden Menschen nachzuzeichnen, ist nie ganz einfach. Einfach weil oftmals die Distanz fehlt, der Abstand, auch die Bereitschaft, negative Seiten des Portraitierten aufzuzeigen. Oder auf Details einzugehen, die nicht immer ganz stimmig sind. Bei Erich Abram: Die Entscheidung für Deutschland bei der Option etwa, gleichzeitig die Einträge ins Tourenbuch auf italienisch. Kein Wort über, keine Erinnerung an die "Bumser" der sechziger Jahren. Nur fünf dürre Zeilen über seine erste, immerhin 17 Jahre dauernde Ehe.Andererseits: dieses Buch ist eben eine Hommage, eine Liebeserklärung, eine etwas verklärte Erinnerung an eine Persönlichkeit, der sehr viel gelungen ist. Erich Abram hat deutliche Zeichen gesetzt, auch auf alpinistischem Gebiet, er hat selbstbestimmt gelebt und Bemerkenswertes geleistet. All das wird in diesem Buch sauber zusammengetragen, aufgelistet, nacherzählt. Und mit vielen bunten Geschichten, Episoden, Anekdoten ausgeschmückt. Natürlich kommt es dabei zu einigen Unschärfen, zuweilen fehlt auch die inhaltliche Vertiefung. Was bleibt? Die interessante Lebensgeschichte eines Mannes, die zu lesen durchaus empfehlenswert ist.