Vor dreizehn Jahren hat Eva Klotz ein sehr persönliches Buch über ihren Vater, den Südtirol-Attentäter Georg Klotz, geschrieben. Nunmehr legt sie das Buch über ihre Mutter, Rosa Pöll, vor. Der Untertitel "Die Frau des Freiheitskämpfers" wird ihrer Mutter freilich nicht gerecht, einfach deswegen, weil Rosa Pöll eine sehr eigenständige, selbstbewusste, selbstbestimmte, unglaublich starke Frau war, die nicht über ihren Mann definiert werden muss. Und auch nicht so definiert werden soll.Bemerkenswert, wie viele schriftliche Aufzeichnungen Rosa Pöll hinterlassen hat. Dabei besonders interessant: Die sehr persönliche Schilderung der Lebensverhältnisse in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Die Zeit der Option, in der sie, wiewohl minderjährig, wie sie schreibt, für Deutschland optiert hat. Inhaltliches Herzstück des Buches ist freilich die Beschreibung ihrer politisch motivierten Verhaftung, jene 14 Monate also , die sie in italienischer Untersuchungshaft verbringen musste. Was dabei völlig fehlt: Ein Kapitel über die damalige politische Situation in Südtirol, über den Widerstand gegen diese Italianisierung, eine Einordnung der persönlichen Lebensgeschichte in die damalige Zeit.Eva Klotz hat ihren Eltern mit diesen beiden Büchern ein sehr persönliches schriftliches Denkmal gesetzt. Mit allen Stärken und Schwächen, die so ein Ansatz mit sich bringt. Wir dürfen gespannt sein, wann ihre eigene Autobiographie erscheint.