Ich halte dies für eines der besten Blues Lernbücher. Man wird didaktisch motivierend herangeführt, lernt alle sehr speziellen und teilweise sehr schwierigen Techniken der einzelnen Blueser kennen. Exzellent! Hat mich so begeistert, dass ich nun, auch wegen den offenen Stimmungen, stolzer Besitzer einer Resonator Gitarre geworden bin. Danke an Herrn Köchli, auch für den klugen Kommentar, der mit drei Sternen versehenen Bewertung hier, die völlig daneben ist und inhaltlich falsch! Blues as Blues can
★★★★★
FrizzText - Didi van Frits
06.07.2023
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Ich finde es ganz großartig, dass der Bühnen-erfahrene Profi-Slide-Gitarrist Richard Köchli seine praktischen Fertigkeiten einerseits und die forschenden Vertiefungen in die Geschichte der Blues-Musik andererseits nicht nur für seine eigenen Auftritte verwendet, sondern sie großzügig mit einem Gitarren-Lehrbuch so aufarbeitet, dass es nun unzähligen anderen Gitarristen vom Anfänger bis zum Profi sich auf schnellste Weise erschließt, wie man einen authentischen Blues-Sound aus jeder beliebigen Gitarre hervorzaubert.Wer vom "Open Tuning" noch nichts gehört hat, kann es sich schnell anlesen, wer bei verschiedenen Rhythmus-Varianten noch unsicher war: die beigelegte CD unterstützt sowohl durch Audio-Beispiele (für den CD-Player) wie auch durch mp3 Trainingsstücke (für die Computer-Besitzer).Köchli, der zuvor schon sehr erfolgreiche Gitarrenschulen zur Country- und Bottleneck-Technik herausbrachte, hat sich mit großer Ehrfurcht in das jeweilige Lebenswerk der berühmten Väter des Blues versenkt. 1880 wurde Blind Blake geboren, 1891 Charley Patton, 1897 Blind Willie Johnson - er starb übrigens 1945 - genau in dem Jahr, in dem ich geboren wurde. Richard Köchlis Geschichts-Buch ist für mich die schönste denkbare Zusammenfassung von dem, was "vor meiner Zeit" war: Zuviele Unterrichtsstunden in meinem Leben handelten von Kriegen und anderen Unmenschlichkeiten: Hier wird endlich einmal ausschließlich der Blick gelenkt auf das Tröstliche.Eine praxisnahe, nachspielbare Geschichte der Bluesmusik (und die somit nach-erlebbaren emotionalen Erfahrungen dieser Welt) ist allemal erhebender als die Betrachtung, wer sich in einem Krieg am elendigsten aufgeführt hat.Ich hoffe, viele, die dieses Buch kaufen, erleben es genauso wie ich, wenn sie beginnen, die Stücke nacheinander einzuüben: Es eröffnet sich mit diesem Buch nicht nur ein neuer Horizont des Finger-Gebrauchs, sondern eine neue Welt des Fühlens.
Ich besitze dieses Buch seit einigen Monaten und habe mich stets über die gruseligen Illistrationen amüsiert (jeder Zeichner an einer Schwarzmeerpromenade kriegt das besser hin), die abenteuerliche Interpunktion ignoriert (gutes Deutsch ist altmodisch, ich weiss) und mich an den authentischen und wohlklingenden Stücken in Standardstimmung erfreut. Heute abend versuche ich das erste Mal, ein Stück in einer alternativen Stimmung (betroffen sind ca 2/3 des Buches) zu spielen und stelle fest, dass der Autor, sicher als verkaufsfördernde Massnahme für seine aggressiv beworbenenen anderen Titel, nicht angibt, wie denn diese Stimmungen zu bewerkstelligen seinen. Leider zieht diese Masche bei mir nicht, aber es disqualifiziert in meinen Augen sowohl Autor als auch Werk unnötigerweise. Muss man denn wirklich alle weiteren Titel dieses Autors erwerben, nur um zu wissen, wie Open G zu stimmen ist? Diese Zumutung des Autors wirkt im Internetzeitalter peinlich und hinterlässt einen Beigeschmack zu einem sonst gut gelungenen Werk.