Flossen nach dem Vorbild der Natur
Beim Gerätetauchen darf neben dem Drucklufttauchgerät bekanntermaßen die ABC-Asurüstung nicht fehlen. Tauchmaske, Schnorchel und Flosse sind die Grundausrüstung eines Tauchers. Die Flossen geben im Wasser den nötigen Vortrieb und reduzieren damit den Kraftaufwand. Natürlich sind sie mit ihrer Funktion nicht nur beim Sporttauchen unverzichtbar. Rettungs- und Leistungsschwimmer, Urlaubsschnorchler und Apnoetaucher sind auf die Fins - so lautet die englische Bezeichnung - angewiesen. Der folgende Text bietet einen kurzen ?berblick über die Spezialformen von Tauch- und Schwimmflossen.
Die Flossenform hat Einfluss auf Kraftaufwand und Vortrieb
In der Welt der Tiere ist eine Flosse eine evolutionäre Anpassung an das Leben unter Wasser. Ihr Zweck liegt auf der Hand Flossen sind Organe, um Vortrieb zu gewinnen, zu lenken und die Stabilität bei dieser Vorwärtsbewegung halten zu können. Selbst mit Plattfüßen kommt ein Mensch an die Effizienz von Tierflossen nicht annähernd heran und muss dies mit seinem Einfallsreichtum ausgleichen. Bereits Leonardo da Vinci hatte das seiner Zeit erkannt und erste Flossen in Form von Froschfüßen entwickelt - allerdings als Handschuhe. Je nachdem, wie sich ein Mensch im Wasser bewegen will - geruhsam und kraftsparend wie ein Wal oder wendig und agil wie ein Pinguin - kann er aus entsprechend nachempfundenen Flossen wählen. Die Einteilung der Typen lässt sich nach dem Einsatzzweck treffen. Die gängigen Spezialformen sind
Flossen für Wassersportler und Rettungskräfte
Beim Sporttauchen kommen Geräte- und Vollfußflossen in verschiedenen speziellen Ausführungen zum Einsatz. Der Fußteil von Geräteflossen ist im Fersenbereich geöffnet. Der Taucher trägt Tauchschuhe oder Neoprenfüßlinge und steigt von hinten in die Geräteflosse ein, an der Ferse sichert er sie mit einem Riemen. Vollfußflossen sind hingegen geschlossen. In der Regel schlüpft der Fu? barfu? oder mit speziellen Neoprensocken hinein. Von beiden Varianten gibt es Abwandlungen, die Einfluss auf die Vortrieb und Kraftaufwand haben sollen. Split Fins etwa sind jeweils in der Mitte gespalten - die hierdurch geschmeidigere Bewegung soll helfen, Kaft zu sparen. Allerdings ist für eine rasche Fortbewegung auch eine höhere Trittfrequenz nötig - Taucher klagen bei dieser Version zuweilen über Krämpfe. Beim Schnorcheln sind leichte, relativ kurze Vollfußflossen für eine gute Wendigkeit beliebt.
Fins aus HightechMaterial lohnen sich nicht für jeden Kurztrip
Fürs Apnoetauchen - das risikoreiche Freitauchen ohne Geräte und mit nur einem Atemzug - stehen Monoflossen und Apnoeflossen zur Verfügung. Um mit einer Lungenfüllung Luft möglichst kraftsparend Tief abzutauchen, sind sie auf Vortrieb mit wenig kraftaufwand auf Kosten der Wendigkeit optimiert. Eine Monoflosse hat - der Name deutet es an - eine einzelne Vortriebsfläche, die beide Fußteile fest miteinander Verbindet der Schwanzflosse eines Delfins nachempfunden. Mit einem Simultanschlag beider Beine gewinnt der Wassersportler kräftig an Vortrieb. Apnoeflossen sind wiederum einzeln, aber besonders lang und schmal für eine gleichmäßige, langsame Bewegung.