Oft hören muss man dieses Album, um in den Genuss dieses traumhaften Werkes zu kommen, aber dann empfindet man in etwa folgendes:Herrlich, einfach nur herrlich diese Musik. „The Undercover Man" ist das schönste Liebeslied (hab ich den Text halbwegs verstanden? Geht es wirklich um Liebe?), dass ich je gehört habe. Derart gekonnt vorgetragen von der Band und vor allem vom Sänger (dieser Mann singt wirklich derart Emotional) ist dieses Stück, dass einem wirklich Tränen in die Augen kommen. Der Text ist derart professionell, es ist also kein „Tralala - I Love You"-Mist, sondern einfach nur poetische Schönheit. Normalerweise achte ich ja mehr auf die Musik und der Text ist für mich nebensächlich, aber diese Lyrics hier hauen mich wirklich um.David Jackson wechselt im Verlauf des Stückes von der Flöte zum Saxophon, und beide Instrumente umspielen derart genial die wundervolle Gesangsmelodie. Auch Evans weiß durch sehr einfallsreiches Schlagzeugspiel voll zu überzeugen. Auch Organist Hugh Banton spielt sehr mannschaftsdienlich und beendet den Song mit einem herzergreifenden Schlussakkord. Wundervoll! Einzigartig! Einfach selten Schön!Auch „Arrow" weiß voll zu überzeugen. Nach dem jazzigem Intro setzt Hammill mit seiner ausdrucksstarken, hier sogar sehr aggresiven Stimme ein. Er singt sich wirklich die Seele aus dem Leib, ohne dabei jedoch die sehr interessante Melodielinie zu verlassen. Dazu untermalt Jacksons Saxophon die Stimmung perfekt. Ein absolut einzigartiges Stück auf dieser Welt.„Scorched Earth" ist ein ebenfalls gelungenes Stück mit tollem Intrumental-Ende, wo sich Jackson wieder richtig ins Zeug legt. Die besten instrumentalen Minuten von Van Der Graaf Generator.„The Sleepwakers" ist das längste Stück auf dem Album und überzeigt wieder durch Hammills expressiven Gesang, Jacksons Saxophonspiel und eigenartigen Ideen wie den Einsatz von Rumba-Rhythmen.Also: 15 Sterne für „The Undercover Man", 6 Sterne für „Arrow", 5 Sterne für „Scorched Earth" und 5 Sterne für „The Sleepwakers", macht - nein, kleiner Scherz, aber das ist wirklich großartige Musik, die mit keiner anderen Band, ja noch nicht mal mit einem Album DIESER Band verlgeichbar ist. Einfach unvergleichlich schön.Allerdings: Noch viel besser ist die Liveversion dieses Album, die als Video-DVD erhältlich ist. Sie heißt der Einfachheit halber „Godbluff Live" :)
Diese Besprechung gilt der remasterten Version von "Godbluff", dem dunkelsten und härtesten Album, das Van der Graaf Generator eingespielt hat.Nach dem Remastering wirken die Songs des Albums, als wäre ein Schleier von ihnen weggezogen worden (obwohl an ruhigeren Stellen ein Bandrauschen zu hören ist). Was zum Vorschein kommt, ist schiere Kraft, Intelligenz und Dramatik.Die Instrumentierung hat im Gegensatz zu "Pawn Hearts" jetzt eher "Live"-Charakter und die Songstrukturen sind etwas weniger komplex - dennoch handelt es sich hier um eine anspruchsvolle Verbindung von Rock, Jazz und Klassik-Elementen.Peter Hammills Gesang ist nochmals verbessert, was ihn zum besten Rock-Sänger macht. Seine kraftvolle und vielseitige Stimme klingt in ruhigen Passagen in berückender Schönheit. Und dann am Ende der Zeilen "how long the night is - why is this passage so narrow? / How strange my body feels, impaled upon the arrow" stößt er einen Schrei aus, der einem das Blut in den Adern gefrieren läßt.Die Qualität der Texte erreicht das Niveau ernstzunehmender Literatur. Peter Hammill beschäftigt sich hier mit Menschen, die alle eine Grenze erreicht haben oder Gratwanderungen unternehmen: Flüchtlinge, Verfolgte, Psychotiker, Schlafwandler - und wenn man die zwei Lieder hinzunimmt, die zur selben Zeit aufgenommen, aber erst auf "Still Life" veröffentlicht wurden: Pilger sowie romantische Liebhaber an der Schwelle des Ausbruchs leidenschaftlicher körperlicher Liebe. Einige der Songs haben einen dunklen mittelalterlichen Anklang. Das furchterregende "Arrow" könnte geradewegs aus einem Fantasy-Roman stammen.Das Booklet hat bei etwas weniger Text und augenfreundlicherem Druck dieselbe Qualität wie bei den ersten Remasters.Als Bonus Tracks wurden zwei 1975 in Rimini live aufgenommene Stücke hinzugenommen: "Forsaken Gardens" and "A Louse is not a Home". Die Klangqualität dieser zwei Tracks ist so "extreme brutal" (Peter Hammill), daß sie nur für Hardcore-Fans oder aus historischen Gründen von Interesse sind. Nach meiner Ansicht sollte so etwas nicht auf einem offiziellen Album veröffentlicht werden.Das Lieblings-Album vieler VdGG Fans.