Wer sich selbst einen AC/DC-Fan schimpft und nicht im Besitz der "Bonfire"-Box ist, ist keiner. Punkt. Die hier enthaltenen Aufnahmen stellen so etwas wie den Heiligen Gral der Bon Scott-Phase für AC/DC-Jünger dar, egal, ob es sich um die alte, hübsch aufgemachte Box mit Extras wie Tattoo, Aufkleber und Schlüsselanhänger handelt oder um diese kleinere, kompaktere Version ohne Extras, dafür mit "Back In Black" als fünfte CD. Beiden gemein ist das Büchlein, das unzählige Fotos von der Band und Bon Scott sowie viele Notizen und Zitate beinhaltet und sich wunderbar zum Schmökern während des Hörens der CDs eignet.Das gesamte Boxset widmet sich dem 1980 verstorbenen Bon Scott, der hier auf allen Aufnahmen zu hören ist - abgesehen vom Megaerfolg "Back In Black", das aber eben deshalb enthalten ist und in den Kontext passt, weil es von der Band als eine Art Tribut an Scott gedacht war und die Songs in großem Maße von Scott beinflusst waren (man höre sich nur den Text zu "Given The Dog A Bone" oder "Let Me Put My Love Into You" an - Scott in Reinkultur!). Das komplett in schwarz gehaltene Album muss man wohl nicht weiter vorstellen, es ist Teil der Rockgeschichte.Wichtiger, oder zumindest ungleich seltener und spezieller, sind die anderen Discs, aus denen das Boxset ja auch ursprünglich bestand, bevor in der Neuauflage "Back In Black" hin zu kam. Bei "Live From The Atlantic Studios" handelt es sich um einen Livemitschnitt fürs Radio, der im Studio vor ein paar Nasen aufgezeichnet wurde. Das ist die unverfälschte, bluesige Magie von AC/DC, die locker und leidenschaftlich aufspielen. Die Energie beim Einstieg von "Live Wire" ist so gewaltig, dass es einen kaum auf dem Stuhl hält, wenn man den Song zum ersten Mal in dieser Version hört. Die gesamte Setlist ist ein Fest für AC/DC-Fanatiker, die Klangqualität spitze, die Band tight. Kein Wunder, dass sich Hardcore-Sammler Jahre lang die Finger nach dem Bootleg geleckt und horrende Preise gezahlt haben.Discs zwei und drei beinhalten den Mitschnitt des Konzertes in Paris 1979, auf Video und zuletzt auch DVD unter dem Titel "Let There Be Rock" erschienen und im Gegensatz zum Video-Erlebnis um den zusätzlichen Song "T.N.T." ergänzt. Eines der besten Konzerte, das AC/DC wohl jemals gespielt haben, mit der ultimativen Version von "Highway To Hell", einem ultrageilen "SIn City" und einer Band in Höchstform. Kurz: Livegeschichte!Disc vier schließlich bietet unter dem Titel "Volts" frühe Versionen bekannter Songs und seltsamerweise mit "Ride On" (passt vom Kontext her so gerade noch) und "Its A Long Way To The Top" zwei sattsam bekannte Studioversionen. Egal, "Dirty Eyes" (Vorläufer von "Whole Lotta Rosie"), die frühe, in meinen Ohren besser klingende "If You Want Blood"-Version, der erste Entwurf zu "Touch Too Much", eine Liveversion von "School Days" und die klanglich schwache, aber unglaublich intensive Liveversion von "Sin City" bieten Hörgenuss pur und treiben den Raritätensammlern Tränen in die Augen.Schöner ist die große, hochformatige Box, die sämtliche CDs in Jewel Cases enthält (die hier angebotene Neuauflage versammelt alle Discs auf einem Tray, ohne zusätzliche Cover und Hüllen oder Booklets). Durch "Back In Black" noch ein wenig atttraktiver und vor allem preislich unschlagbar ist allerdings diese Neuauflage, die es mittlerweile zum fast schon perversen Preis von ca. 10 Euro gibt. Fünf CDs Rockgeschichte, ansprechend präsentiert zum Preis von weniger als einer regulären CD - DAS ist value for money und das letzte Kaufargument, das AC/DC-Fans und Neueinsteiger noch benötigen, um sich "Bonfire" zuzulegen.