Positionierung ist die Beeinflussung der Wahrnehmung des Kunden oder so ähnlich. Also nicht "ich bin", "wir sind", "wir wollen", "wir positionieren uns ab oberen Ende", sondern die Frage mit dem subtilen Unterschied, wie werden wir vom Kunden wahrgenommen, wie wollen wir wahrgenommen werden, und was muß man gegenüber dem Kunden tun, um so wahrgenommen zu werden. Ich will mich als "reich" positionieren, deswegen fahre ich einen Ferrari. Hmm, vielleicht kommt bei meinem Zielkunden aber an, ich protze. Das Buch erklärt, "ich positioniere mich als reich, indem ich einen Ferrari fahre" was man in Abwandlungen immer wieder hört, ist nicht effektiv. Effektiv ist, wie werde ich vom Kunden wahrgenommen (hier fließt plötzlich ein starkes Verständnis des Kunden ein, wie er tickt, nicht wie ich ticke) versus "wie will ich wahrgenommen werden". Jetzt ensteht plötzlich Arbeit und geistiger Aufwand, dann man kann nicht einfach Botschaften senden, sondern man muß zunächst verstehen, welche Botschaften beim Kunden die gewünschte Wahrnehmung auslösen. Für jemand, der gerne redet, ein Problem, denn zuhören und beobachten und testen ist effektiver. Eigentlich braucht es also für Positionierung einen Analytiker, aber auch jemanden, der mit Empathie zuhören kann. Der Alltag ist das natürlich nicht, daher ist das Buch lesenswert.
Bei Trout und Ries sind die Erwartungen schon größer als sonst. Im Prinzip werden diese hier auch nicht enttäuscht, man sollte dieses Buch aber unter zwei wichtigen Voraussetzungen lesen: 1.), eine sehr amerikanische Perspektive, die auf nicht zu unterschätzende Problematiken einer europäischen Praxis stößt und 2.), das Alter der Beispiele und geschilderten Erfahrungen.Positioning hat sich sehr verändert und sowohl Trout, als auch Ries waren daran sicher sehr beteiligt. Insofern muss sich der Leser darüber klar sein, dass bei rückblickender Betrachtung viele Argumente zwar sehr interessant sind und auch ihre Gültigkeit noch nicht verloren haben, aber für die heutige Anwendung insbesondere in Europa und der aktuellen Entwicklungen nur noch bedingt relevant sein können.Wenn man sich dem so wichtigen Positionierungsprozess aktiv und aktuell widmen möchte, gibt es mittlerweile treffendere Literatur.Klaus OestreicherChartered Marketer