Ein super Buch, Orwell hat eine einmalige Beobachtungsgabe und er schreibt toll. Dabei bezieht er sich selbst in seine Beobachtungen ein und stellt sich auch immer wieder selbst in Frage. Da muss etwas Gutes herauskommen. Den Bezug zu den heutigen Ereignissen in Katalonien musste ich mir ein wenig anarbeiten, das lag nicht ganz so eindeutig auf der Hand. Letztendlich wurden jedoch bis heute die Unterdrückung und die Verbrechen durch den Franco-Staat in Katalonien nicht aufgearbeitet. Was damals vor Ort und Live im Aufstand gegen den Faschismus und während des Bürge geschehen ist beschreibt Orwell in seinem Buch eindringlich.Zunächst gibt er eine eindrückliche und literarisch packende Schilderung des zermürbenden Guerillakriegs im spanischen Nichts, in einer öden, irgendwie belanglosen Ecke in der Nähe von Huesca. Langeweile, Kälte, dumme Späße, schlechteste Ausrüstung sind der Alltag eines Krieges, in dem zunächst mal nichts passiert. Es erscheint fast willkürlich, dass sie an dieser gottverlassenen Ecke Schützengräben ausheben und die feindliche Linie in weiter Ferne beobachten. Also hat er viel Zeit, sich selbst und die Dinge um sich herum zu beobachten. Er beschreibt das Gefühl der Leere, wenn Kugeln die normal etwas treffen, über seinen Köpfen fliegen. Er beschreibt Ausflüge ins Dorf, wo die Bewohner relativ normal leben und sich nicht weiter Einmischen. Er beschreibt das überraschend gute Essen. Er beschreibt auch die 15 und 16 jährigen Jungs, die niemals in einen Krieg geschickt werden sollten, da sie so ein grosses Schlafbedürfnis haben, dass sie egal wann und wo, einfach einschlafen. (Hier musste ich lachen. Wir haben inzwischen den dritten Teenager und ich hielt es beim ersten für bedenklich, dass er so viel schlief. Die Nummer drei lassen wir inzwischen einfach. Anscheinend müssen Teenager viel schlafen, von mir selbst habe ich das vergessen.)Dann erwischt ihn beim kurzen Urlaub in Barcelona der Maiaufstand und gänzlich unerwartet ist er mitten im Kriegsgeschehen, aber diesmal so richtig! Doch noch immer beobachtet Orwell sich und die Menschen um sich herum genau. Subjektiv ist er der Meinung, er müsse nun eigentlich das Gefühl haben, an etwas Grossem teilzuhaben. Anstattdessen macht ihm die unbequeme Schlaflage in der Belagerung zu schaffen und das Schmuggeln von Waffen ist unbequem. Während er nach Spanien ging, um gegen die Faschisten zu kämpfen, wurde die Partei, der er in soanien zugeteilt wurde (die P.O.U.M) über Nacht als Handlanger der Faschisten eingestuft und er kann mit grossem Glück Spanien überhaupt entkommen. Nicht so viele seiner Kameraden: Orwell beschreibt eingehend den schlimmen Zustand der spanischen Gefängnisse und das spurlose Verschwinden von Menschen, von denen man nie wieder hören würde.Was mir bei der Lektüre zunächst zu kurz kam ist der politische Hintergrund des spanischen Bürgerkrieges. Warum sind Orwell und so viele andere nicht-Spanier in Katalonien und kämpfen? Wie verhalten sich die Parteien zueinander? Doch da hat Orwell einen ganz cleveren Schachzug gemacht. Er hat einfach zwei Zusatzkapitel geschrieben: in Kapitel eins beschreibt er die Bedeutung des spanischen Bürgerkrieges für die europäische Arbeiterbewegung und was sman ich allerorts erwartet hattr. Er beschreibt aber auch die Reglosigkeit der Sowjetunion, die gar kein Interesse an einem Sieg der Arbeiter hatte. Und wie sich die sozialistische Linke letztendlich selbst untereinander zermürbte anstatt gemeinsam gegen den Faschismus stark aufzutreten. Kapitel zwei beschreibt dann in tieferem Detail die einzelnen Parteien und wie sie zueinander stehen. Beides historisch hochinteressant! Und dem Leser sagt er: wenn Dich der politische steil nicht interessiert, dann lies die beiden Zusatzkapitel einfach nicht.
Habe mir das Buch gekauft, weil ich es unbedingt im Original lesen wollte. Bei der deutschen Ausgabe wurde ja schon der Titel verhunzt. Ich kann es sehr empfehlen, Orwell fängt die Stimmung des spanischen Bürgerkriegs, in dem sich die Linke tragischerweise selbst zerfleischte, gut auf. Besonders beeindruckend ist die Stelle, an der er seine Schussverwundung beschreibt. Ein Buch, das man auch allen ans Herzen legen sollte, die mit Orwell jemanden, der als Teil einer linksradikalen Miliz mit der Waffe in der Hand sein Leben im Kampf gegen den Faschismus riskierte, von rechts politisch instrumentalisieren oder auf einen Stalinismuskritiker reduzieren wollen. Der Einband mit der Fotografie ist übrigens auch sehr schön.
A view on the Spanish civil war from George Orwell. George Orwell had participated in the Spanish civil war from the end of 1936 until the middle of 1937 and his giving his onset and most objective view to the events that war happening during this period in Spain, more precisely in Barcelona. He says that are news papers in that time that are saying this or that depending who they support, but the reality there was quite different. From the way that he describes the events and gives his opinion you can see that he is one of the greatest authors.