Ich nehme es gleich vorweg: Finding Ultra ist eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe, auf jeden Fall unter den Top 3, wenn nicht sogar Platz 1. Ich war sowas von geflasht von diesem Buch.Rich Roll beschließt einen Abend vor seinem 40. Geburtstag, dass sich in seinem Leben radikal etwas ändern muss. Eigentlich hat er das perfekte Leben, eine tolle Frau, tolle Kinder, eine super Karriere und den damit erreichten Wohlstand. Doch körperlich merkt er, dass er einfach nicht mehr der Fitteste ist. Es reicht ihm aber nicht einfach ein bisschen mehr Sport zu machen und sich gesünder zu ernähren, nein, er wird innerhalb kürzester Zeit zum Vegetarier, dann zum Veganer und sucht sich ambitioniertes sportliches Ziel: Ultraman. Dabei handelt es sich um eine besondere Art des Triathlons, bei dem 10km geschwommen, 421km Rad gefahren und 84km gelaufen werden. Hammer hart oder? Zum Zeitpunkt seines Entschlusses hat er ein halbes Jahr Zeit, um darauf zu trainieren.Die Story beginnt mit einem Preface, in dem man als Leser unmittelbar in den zweiten Tag des Rennens katapultiert wird, und zwar zu einem bösen Sturz, der nichts Gutes erahnen lässt. Ob es Rich dennoch am Ende ins Ziel schafft nehme ich mal nicht vorweg. Nur so viel: Schon allein das Preface hatte mich in seinen Bann gezogen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr weglegen wollte. Leider kam ich nur in der Ubahn wirklich zum Lesen, aber freute mich auf jede einzelne Fahrt und konnte es gar nicht erwarten weiterzulesen.Das erste Kapitel beginnt dann mit besagtem Abend vor dem 40. Geburtstag und die Entwicklung der folgenden Tage. Anschließend erzählt Rich aber erst einmal wie es soweit kommen konnte, was ihn in seiner Jugend geprägt hat, wie er während des Studiums zum Alkoholiker wurde, davon wieder loskam, mit welchen Struggeln er zu kämpfen hatte und wie er letztendlich zu dem Leben mit seiner Frau Julie kam, das er jetzt führt.Der Großteil des Buches widmet sich natürlich dann der Vorbereitung, dem Training und den Rennen selbst. Wirklich beeindruckend.Das siebte Kapitel widmet sich komplett der Geheimwaffe von Rich, der Pflanzenpower. Dabei geht er sowohl auf die gesundheitlichen Vorteile für ihn als auch auf die allgemeine Durchführbarkeit einer veganen Ernährung ein. Auch die ökologischen und ethischen Gründe reist er kurz an. Rich kam „zwar“ aus gesundheitlichen Gründen zum Veganismus, ist aber nun durchaus auch ein Verfechter der ethischen Gründe für den Veganismus.Der Appendix 1 am Ende des Buches widmet sich ebenso der veganen Ernährung. Es zeigt die Grundlagen eben dieser auf. Dabei geht Rich neben Fragen, wo man bestimmte Vitamine und Eiweiß herbekommt, auch auf das Prinzip der alkalischen Ernährung, Hintergründe zu Gluten, Getreide, Sprossen und Keimlingen ein.Im Appendix 2 wird ein typischer Tagesablauf bzw. Mahlzeitplan vorgestellt sowie Strategien fürs Essen außer Haus.Im letzten Teil des Buches, dem Appendix 3, werden relevante Quellen, Links, Bücher und weitere Informationsmöglichkeiten genannt. Ich konnte da den ein oder anderen Tipp mitnehmen.Insgesamt ist das Buch ein unheimlich motivierendes uns inspirierendes Buch. Mich hat es fasziniert, in seinen Bann gezogen und nachhaltig bewegt. Nicht zulesetzt der angenehme und packende Sprachstil macht es für mich zu einem ganz besonderen Buch. Finding Ultra ist keine Anleitung wie man einen Ultraman läuft, noch ist es nur für Menschen geschrieben, die vorhaben einen zu laufen. Es geht um weit mehr als nur den körperlichen Akt des Laufens. Rich Roll fasst das in einem Interview ganz gut zusammen: [It is] much more of a spiritual journey, a return to the heart, a return to a more authentic way of living in alignment with one’s soul purpose.[It is about] finding that thing inside you that you always wanted to do and determining a way to unlock it and unleash it, whatever that is. Ultraman is only a metaphor for whatever that dream deferred is that we all have that life seems too busy to ever attend to.Ich würde mir sehr wünschen, dass das Buch in weitere Sprachen, insbesondere ins Deutsche, übersetzt wird. Ich würde das Buch so gerne meinem Vater und meinem Onkel zum Lesen geben.
Dieser Typ ist echt der Hammer. Schon die Einleitung hat mich sehr bewegt, als er seinen schweren Sturz beim Radfahren beschreibt und... - ich werde nicht spoilern ;-). Ein Buch, dass ich an einem Wochenende durchgelesen habe weil Rich Roll nicht einfach Aufzählungen von Sport-Ereignissen aneinanderreiht sondern sehr lebendig und nachvollziehbar erzählt, was in ihm vorging. Man kann von Anfang bis Ende mitfiebern. Natürlich ist durch seine Bekanntheit der Ausgang mancher Episoden schon klar, es ist trotzdem spannend, dass aus seiner Sicht beschrieben nachzulesen. Und wenn man betrachtet, "wo" er herkommt, also was er vor seiner erstaunlichen Kehrtwendung mit seinem Leben angefangen hat, dann ist es einfach unglaublich und umso faszinierender, was er macht.Dass er für eigene Produkte etwas Werbung macht, sei ihm verziehen. Er gibt ja darüber hinaus auch viele frei verfügbare Tipps zur Ernährung. Die sind für mich tatsächlich eher nebensächlich (weil ich mir diese und ähnliche Informationen bereits beschafft hatte). Ich habe es einfach sehr genossen, diese Lebensgeschichte zu lesen und zu sehen, wie oft er den Hintern einfach wieder hochbekommt und weitermacht. Ein großes Vorbild. Aus jetziger Perspektve: ich werde wahrscheinlich nie einen Marathon laufen oder gar Ultras, aber auch für die Sachen, die ich mache, kann ich da viel an Motivation herausziehen.