Ob als historisches Werk, als narratives Werk oder gar als Vorbereitung auf den kommenden Aufstand einfach nur großartig, absolut lesenswert!
Vor der Lektüre wusste ich erschreckend wenig über die Oktober-Revolution in Russland, außer dass es sie gab. Da ich ein großer Fan von China Mievielles Romanen bin, nutzte ich einmal die Gelegenheit mehr über dieses historisches Ereignis zu lernen. Und das ist durchaus eine gute Vokabel.Mievielle kann gut schreiben und das merkt man hier durchaus. Es ist auch eine gute Entscheidung gewesen, einen relativ kurzen chronologischen Abriss zu bieten, statt langen Analysen - dieses Buch soll tatsächlich nur ein Gefühl für die Geschehnisse im Jahr 1917 geben, nicht mehr. Das ist gelungen. Allerdings ist das Buch keine leichte Lektüre. Das liegt aber mMn weniger an Mievielle. sondern schlicht an der Realität: Revolten und versuchte Gegenrevolutionen sind spannend, aber der größte Teil der Revolution waren Meetings und der Richtungsstreit zwischen den beteiligten Personen, nicht zuletzt auch der Bolschewisten. Das heißt: Viele, viele Personen treten auf (immerhin gibt es ein personenverzeichnis), viele Begriffe werden benutzt und nur einmal erklärt (leider kein Glossar) und ein nicht unerheblicher Teil beschäftigt sich damit, wer wann mit wem was besprochen hat. Das ist nicht leicht, ja stellenweise ermüdent - es gibt aber ein gutes Gefühl für die Zeit und die Überlegungen und Entwicklungen, die letztlich zur Machtübernahme führten.