Plötzlich ist einer da. Niemand weiss woher er gekommen ist. Er scheint keinen Namen zu haben
kein Vorleben kann weder schreiben noch sprechen und versteht keine der Fragen die man ihm
stellt. Ein solcher Mensch ist im September 1844 auf Alp Selun im oberen Toggenburg
aufgetaucht. Er war vielleicht sechzehnjährig fast nackt stumm. Weil sich trotz
steckbrieflicher Ausschreibung keine Angehörigen meldeten wurde er im Armenhaus interniert.
Seinen Namen erhielt er vom Fundort dem Selun und dem Schutzpatron der Gemeinde Alt St.
Johann. Von diesem Johannes Seluner und den Geschichten um seine Person erzählt Rea Brändle in
ihrem Buch. Sie tut es aus verschiedenen Perspektiven: Für die Behörden war Johannes Seluner
ein Kostenfaktor den man so schnell wie möglich loswerden wollte. Für die Wissenschaft war er
mit seinen Behinderungen ein nützlicher Idiot. Und für die Leute wurde er weit über die
Region hinaus ein gefundenes Fressen für fantastische Geschichten - bis heute.