Mit dem Verlust des Veltlins entstand im 19. Jahrhundert im Engadin und im Bergell eine neue
Grenze zum Süden. Wege die jahrhundertelang frei benutzt worden waren wurden durchschnitten.
Das Buch fokussiert auf die 1930er- und 1940er-Jahre und untersucht den zu jener Zeit
intensiven Warenschmuggel zwischen den Talschaften Fextal und Bergell und der italienischen
Provinz Sondrio. Es folgt zudem den vielfältigen Spuren und Schicksalen von Flüchtenden die
dem faschistisch-nazistischen Terror jener Jahre in Richtung Schweiz zu entkommen hofften und
untersucht verschiedene Perspektiven auf den Topos der Grenze: Die Grenze ist das was es zu
kontrollieren und zu verteidigen gilt sie ist ökonomische Chance und ständige Herausforderung
sie ist Barriere deren Überwindung über Leben und Tod entscheiden kann. Für Grenzwächter
Schmuggler lokale Grenzbevölkerung und Flüchtende stellte die Grenze einen je eigenen
Bedeutungs- und Erfahrungsraum dar. Das Buch entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts am
Institut für Kulturforschung Graubünden.