Die Geschichte des deutschen Linksterrorismus ist ohne die politische Instrumentalisierung der
Menschen die in dem Kampf zwischen den selbsternannten "Stadtguerilla"-Gruppen und dem Staat
zu Tode kamen nicht zu verstehen. Politiker Medien und die radikale Linke stritten sich
sowohl um die Opfer als auch um die toten Terroristen und fragten wie ihr Vermächtnis zu
bewerten sei. Kevin Lenk untersucht diese Deutungskämpfe und zeichnet nach wie die Toten zu
Helden Märtyrern oder Feindbildern gemacht wurden. Er fragt welche Auswirkungen die
Instrumentalisierung der Toten auf den Konflikt selbst sowie die Entwicklung der politischen
Kultur der Bundesrepublik hatte. Dabei wird ersichtlich: Die Konfrontation zwischen den
Terroristen und dem Staat deeskalierte wenn es Akteuren nicht gelang einem Tod einen
eindeutigen Sinn zuzuschreiben und sich folglich keine politische Gemeinschaft daraus
entwickelte. Andererseits erschweren die Darstellungsweisen von Terrorismusopfern die damals
geprägt wurden noch heute den Umgang mit politischer Gewalt und ihren Betroffenen in der
Bundesrepublik.