Martin Niemöller (1892-1984) wurde international bekannt als der Mann der Hitler widersprach
und sein "persönlicher Gefangener" war. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er als Gegner der
Westbindung der Bundesrepublik der Wiederbewaffnung und der Atomrüstung von sich reden. Für
die einen war er ein Störenfried und politischer Träumer andere achteten ihn wegen seiner
aufrechten Haltung und seiner Bereitschaft zur Selbstkorrektur. Heute steht sein Name für das
Leben eines weltzugewandten evangelischen Christen und protestantischen Theologen der immer
wieder öffentliche Kontroversen auslöste. Je mehr die Prägekraft überlieferter Feindbilder und
Heldennarrative nachlässt desto mehr wird der Mensch mit seinen Brüchen Widersprüchen und
Neuanfängen erkennbar.