Tsingtau war eine städtebauliche Selbstinszenierung des Deutschen Reiches die von bürgerlicher
Selbsterfindung und imperialem Anspruch der deutschen Kulturnation auf ihren Platz an der Sonne
kündete. Das koloniale Gründungsnarrativ von der saubersten und gesündesten Stadt an der ganzen
ostasiatischen Küste untermauerte nicht nur die nationale und bürgerliche Selbstrepräsentation
sondern lieferte auch die Begründung für eine rassistische Ausgrenzung und Disziplinierung der
chinesischen Bevölkerung die sich dem Zugriff der Macht auf unterschiedlichste Weise zu
entziehen verstand. Das Buch zeigt wie Ausgrenzung und Disziplinierung der
Mehrheitsbevölkerung und der Rückzug in eine gated community Imaginationen eines
Belagerungszustandes durch die feindlichen Anderen hervorbrachten die auf kolonialen Deutungen
der Welt des Selbst und des Fremden beruhten. Imaginationen die wir in unseren heutigen
postkolonialen Denk- und Handlungsmustern wiedererkennen können.Einblickein den deutschen
Imperialismus in China