Auf die zunehmende Bedrohung von rechts werden immer drängender Antworten gesucht. Eine davon
lautet in jüngster Zeit: 'Antifaschistische Wirtschaftspolitik'. Gezielte Umverteilung von oben
nach unten und eine planvolle Investitionspolitik seitens des Staates soll die neoliberale
Politik der letzten Jahrzehnte endlich ablösen. Vorrangiges Ziel: die Stärkung sozialer
Sicherheit. Auslöser dieser Forderung ist die Beobachtung dass Menschen tendenziell eher
rechts wählen wenn aufgrund von wirtschaftlichen Krisen Inflation und der Kürzung von
Sozialausgaben Abstiegsängste und Unsicherheit zunehmen. In diesem Kontext stellen sich einige
Fragen: Warum wählen die Menschen dann rechts und nicht links? Welche grundlegenden Fragen
werden dabei gar nicht erst angesprochen? Welche Strukturen des Kapitalismus können Aufschluss
darüber geben welche Weltanschauungen im Alltagsbewusstsein anschlussfähiger sind? Vor diesem
Hintergrund diskutiert Sabine Nuss die Möglichkeiten aber auch die Grenzen einer
'antifaschistischen Wirtschaftspolitik' exemplarisch anhand von vier Maßnahmen - mit Andrej
Holm (Mietendeckel) Stephan Kaufmann (Inflation) Antonella Muzzupappa (Investitionen) und
Ingo Stützle (Vermögenssteuer).