Das evangelische Kinderheim und Waisenhaus in Iserlohn wurde 1776 eröffnet und feiert 2026 sein
250-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass hat der Autor eine historisch-literarische Chronik über
die Entwicklung des Hauses geschrieben. Sie ist eingebettet in die Sozialgeschichte der Stadt
des Landes und der Diakonie. Der Fokus liegt weniger auf Kirche und Pastören als auf den
Kindern und ihren Familien. Die leitende Frage lautete was über Iserlohner Waisenkinder in
Erfahrung zu bringen war was Archivalien und historische Untersuchungen berichten. In seiner
populärwissenschaftlichen erzählenden Darstellung kommt der Autor zu dem Ergebnis dass
"Waisenkinder" meist Eltern hatten aber ins Waisenhaus kamen weil ihre Familien arm waren
weil die Mütter alleinerziehend waren weil ein Elternteil krank wurde. Ihre Arbeitskraft wurde
in Haus und Landwirtschaft intensiv genutzt. In Krisen und Kriegen nahm ihre Zahl im Haus ab
obwohl die Zahl der hilfsbedürftigen Kinder stieg. Da der Autor als Kind von "Hauseltern" im
Iserlohner Waisenhaus aufwuchs sieht er solche Einrichtungen der Diakonie als Orte der
Kindheit. Sie versprechen Hilfe und Unterstützung wenn Kindern die Familie verloren geht.
Viele Heime in Deutschland sind aber durch Gewalt und Skandale ins Rampenlicht geraten. Daher
schaut der Autor genau hin was im Iserlohner Waisenhaus geschehen ist und stellt unbequeme
Fragen.