Die Karriere des Humanisten Enea Silvio Piccolomini (1405–1464) ist atemberaubend: In nur
wenigen Jahren stieg der Verfasser schwül-erotischer Bestseller zum Papst auf verleugnete sein
früheres Leben und setzte sich mit einer literarisch meisterhaften Autobiographie den
„Commentarii“ und dem Bau einer neuen Stadt Pienza zwei monumentale Denkmäler wie sie nur
in einer neuen Zeit der Renaissance entstehen konnten. Der Jurist und Poet Piccolomini ist
uns vor allem durch das einnehmende Bild bekannt das er von sich selbst gezeichnet hat. Volker
Reinhardt legt in dieser ersten Piccolomini-Biographie seit Jahrzehnten das wahre Leben des
Selfmademan frei. Er beschreibt wie der Ratgeber in Liebesdingen der ein zynisches
Menschenbild propagierte und die päpstliche Allmacht bekämpfte sich selbst in die Dienste des
Pontifex begab und später als Papst eine beispiellose Machtfülle entfaltete. Pius’
Beschreibungen ländlicher Idyllen rühren bis heute an seine Werke zu Asien und Europa sind
eine unschätzbare Quelle die Renaissancestadt Pienza erregt Staunen – aber eigentlich
faszinierend ist wie es ein Einzelner geschafft hat sich selbst und damit eine ganze Epoche
neu zu erfinden.