Nietzsches verborgenes Christentum ? eine biographische Spurensuche 125. Todestag
Nietzsches am 25. August 2025 "Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!"
Nietzsches wohl berühmtester Ausspruch verführt dazu ihn als radikalen Atheisten zu verstehen.
Christiane Tietz zeigt demgegenüber wie sehr der Pfarrerssohn der zunächst selbst Pfarrer
werden wollte der Theologie verhaftet blieb. Jesus schätzte er als "freien Geist". Seine
"ewige Wiederkehr des Gleichen" ist eine Umformung des Gedankens dass der Welt ein göttlicher
Plan zugrunde liegt. Die Sprache im "Zarathustra" ist biblisch. Es ist höchste Zeit den
philosophischen Prediger im Kontext der Theologie neu zu entdecken. Nietzsche wetterte
gegen christliche Sünden- und Moralvorstellungen. Andererseits übertrumpfte er die
Nächstenliebe durch "Fernsten-Liebe" dachte intensiv über das Kreuztragen nach und
unterschrieb seine letzten Zettel mit "Der Gekreuzigte". Christiane Tietz beschreibt
anschaulich wie Nietzsche in einem evangelischen Pfarrhaus durch eine pietistische Mutter im
Internat Schulpforta und schließlich beim kurzen Theologiestudium in vielfältiger Weise
protestantisch geprägt wurde bevor er ein Studium der Altphilologie aufnahm Schopenhauer und
Wagner bewunderte und die Theologie philosophisch umformte. Sie geht den theologischen
Strömungen der Zeit nach und zeigt wie sich sein Denken und seine Sprache im Bann des
Christentums entwickelten. Eine faszinierende Spurensuche nach Nietzsches unbekanntem aber
höchst lebendigem Gott.