Die Schweizer Buchpreisträgerin begibt sich ins Dunkel der Schweizer Gesellschaft - und der
deutschen Geschichte Ein Junge bleibt beim Schlittschuhlaufen auf dem See mit der Kufe an
einem Stück Jeansstoff hängen und stößt auf einen Toten und den Beginn einer Geschichte. Kern
ein schwerreicher Erbe in der Midlife-Crisis kann nicht länger ignorieren dass seine
Sehschwäche stärker wird dass die Dinge zerfransen von den Rändern her. Doch will er überhaupt
klarsehen? Da ist Kerns hundertjährige Mutter die den größten Teil des Tages im Dachgeschoss
der Villa im Bett liegt und doch mit brutaler Konsequenz die Fäden in der Hand hält. Da ist
Schibig ein einsamer Archivar bei dem sich die unspektakulären Geschichten sammeln. Und Rosa
die Alte aus dem Wohnwagen die an dieser unspektakulären Geschichte dem Toten im Eis der
Familie Kern ein spektakuläres Interesse hat - weil sie versteht dass in der Geschichte nichts
je ins Leere läuft sondern alles miteinander verbunden ist: Die Zylinderherren im Gasthof
Adler die junge Frau die sich weigert Knochenpulver zu essen ein geplantes Mahnmal
gelangweilte Jugendliche bedrohliche Bergdrachen und andere hartnäckige Legenden. Wie zeigt
man etwas was längst alle sehen? Martina Clavadetscher Schweizer Buchpreisträgerin und eine
der renommiertesten deutschsprachigen Autorinnen macht den unsichtbaren Elefanten im Raum
sichtbar und fragt nach der Verantwortung des Erzählens. Gekonnt erzählt und voller
eindrücklicher Bilder trägt dieser Roman seine beängstigende Aktualität schon im Titel: Diese
Geschichte könnte die Geschichte jedes Menschen sein. In jedem Land zu jeder Zeit. Solange
niemand aus den Schrecken der anderen lernt.