"Es ist keine Schande Goethe nicht gelesen zu haben. Es ist nur schade. Und man kann es
ändern." Gustav Seibt "Es ist keine Schande Goethe nicht gelesen zu haben. Es ist nur
schade und man kann es ändern." So beginnt Gustav Seibts kleiner Goethe-Sommerkurs für alle
die den Klassiker aus Weimar immer schon einmal kennenlernen wollten aber sich nicht so recht
herangetraut oder bestenfalls einmal "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind" gelesen haben.
In fünfzig Lektionen führt dieses Buch uns mitten hinein in den Kosmos Goethes stets mit O-Ton
zur Hand und zeigt uns was er über die Liebe dachte über Freundschaft Freiheit Ordnung und
die Natur sogar über Gott oder auch einfach nur über das richtige Outfit und die Kunst von
Jungsein und Altern. Und überall auf jeder Seite dieses bezaubernden Büchleins begegnen wir
dem was es uns nahebringen will: der unvergleichlichen Schönheit und Weisheit von Goethes
Werk. "Ein Sommer mit Goethe" ist keine mit Zitaten garnierte Kurzbiographie in Episoden.
Die Latte liegt ein wenig höher. Es ist ein bestens gelauntes Goethe-Buch das Lust macht zum
Selberlesen und Mitdenken indem es Goethe in seinem Dichten und Nachdenken und Formulieren
vorstellt nach Themen und durchgehenden Motiven geordnet der Chronologie seiner Werke folgend
alle Gattungen einbeziehend und stets verführerisch lockend mit ausgesuchten Goethe-Texten.
Keiner dieser Ausflüge in Goethes Welt dauert länger als drei Seiten jeder endet mit einer
kleinen Zwischenmusik in Form eine Goethes-Spruchs oder -Gedichts. Der Cicerone der uns diesen
strahlenden "Sommer mit Goethe" beschert gehört zu den besten Kennern die wir in Deutschland
haben. Gustav Seibt wirbt auf unwiderstehliche Weise für unseren Nationaldichter und bietet auf
nicht einmal 250 Seiten einen "Essential Goethe" der Goethe-Profis erfreuen wird vor allem
aber Goethe-Nichtschwimmern den lang ersehnten Rettungsring zuwirft.