Poe fürs 21. Jahrhundert: Das fulminante Finale der fünfbändigen Werkausgabe Edgar Allan Poes
literarisches Schaffen war von Anfang an Provokation: Das Modische das Unoriginäre war ihm
verhasst. Das puritanische Amerika strafte ihn dafür mit übler Nachrede und Vergessen. Erst in
Frankreich fand er posthum geistiges Exil: Kein Geringerer als Charles Baudelaire übersetzte
und kommentierte seine Werke in fünf Bänden und erhob ihn endlich in den Rang der ihm gebührt.
Mit eben dieser Ausgabe von Baudelaire beginnt die literarische Moderne. Der letzte Band der
bestechenden Neuübersetzung von Andreas Nohl - so nah am Original und so gut lesbar wie noch
nie - zeigt Poes Werk in seinem ganzen Facettenreichtum - von der Detektivgeschichte und Satire
bis hin zu paradigmatischen Texten über Ästhetik und Tod.