Alter Rhein. Zwei Männer spazieren am Ufer entlang ins Gespräch vertieft. Es ist tiefer Winter
die Seitenarme des Flusses sind zugefroren doch der Föhn spielt Frühling es taut. Von weitem
sehen die beiden einen großen schwarzen Hund über das Eis auf sie zulaufen. Plötzlich bricht er
ins Eis ein. Der Hund kämpft um sein Leben. Einer der Männer holt Hilfe. Der andere er ist
Schriftsteller bleibt alleine mit dem Hund. Er bricht einen großen Ast von einer Weide und
kriecht auf diesem zu dem Hund. Er fasst ihn an den Vorderläufen. Der Hund verbeißt sich in
seinem Ärmel. Er wird den Hund nicht retten können. Doch der Tod hat vor einigen Jahren eine so
tiefe Wunde in sein Herz geschlagen dass er ihm unter keinen Umständen dieses Leben überlassen
will. Er hält den Hund verzweifelt fest auch als der sich schon längst nicht mehr rührt.
Michael Köhlmeier kann was nicht viele können: in einer ganz kleinen Geschichte eine ganz
große erzählen.