Literarische Texte greifen immer wieder auf historische Ereignisse zurück - sei es Krieg
politische Umbrüche oder gesellschaftliche Krisen - und formen daraus eigene narrative Welten.
In dieser produktiven Spannung zwischen Fakt und Fiktion entstehen neue Deutungen der
Vergangenheit die auch für gegenwärtige Diskurse relevant sind. Geschichte in Geschichten
beleuchtet das komplexe Verhältnis zwischen historischer Wirklichkeit und literarischer
Imagination. Die Beiträge analysieren exemplarisch wie Romane Theaterstücke und Tagebücher
historische Wirklichkeit gestalten. Untersucht werden unter anderem Thomas Manns Buddenbrooks
Marcel Beyers Flughunde Werke von Daniel Kehlmann Friedrich Hebbel Elfriede Jelinek Janusz
Krasi¿ski sowie Tagebuchaufzeichnungen aus dem Holocaust und von Max Frisch. Die Autorinnen und
Autoren gehen der Frage nach wie Literatur kollektives Gedächtnis mitprägt emotionale Zugänge
zur Geschichte eröffnet und neue Formen historischer Wahrheit erzeugt. Literatur wird hier
verstanden als eigenständige Form der Geschichtsschreibung die Wirklichkeit erzählend
erschließt kritisiert und weiterdenkt. Mit Perspektiven aus Deutschland Polen Kroatien und
Tschechien werden unterschiedliche methodische Zugänge zu einem vielschichtigen Panorama
verbunden. So leistet der Sammelband einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Literatur-
und Geschichtsforschung und richtet sich an alle die sich für literarische Erinnerungskultur
und die erzählerische Gestaltung von Geschichte interessieren.