Von Stil zu reden ist nur dann sinnvoll wenn die Möglichkeit zur Vielfalt gegeben ist. Michael
Jenewein wendet sich in seiner phänomenologischen Anthropologie gegen die traditionelle
Auffassung es gebe ein eigentliches Wesen des Menschen und argumentiert für eine notwendige
Vielfalt der Weltverhältnisse. Damit ist kein normativer oder postmoderner Relativismus gemeint
sondern ein streng phänomenologisches Vorhaben: Menschsein bedeutet sich in einer Relation zur
Welt erleben zu müssen - und zwar innerhalb der Spannweite gemeinschaftlicher Nähe und
gesellschaftlicher Distanz. Die Arbeit sieht sich in der Tradition einer Phänomenologie die
Intersubjektivität als unhintergehbare Erfahrung des In-der-Welt-Seins begreift. Im Zentrum
steht der Versuch die Formale Soziologie im Umfeld von Ferdinand Tönnies und Georg Simmel als
Grundlage für eine Beschreibung der Lebenswelt neu zu erschließen.