Hermann Schmidt ist eine der Hauptgestalten in der Entwicklung der Kybernetik. Neben Norbert
Wiener und doch ganz unabhängig von ihm begründet er Anfang der vierziger Jahre in Berlin die
"Regelungstechnik". Ohne zu wissen was Wiener ungefähr zur selben Zeit in den USA entdeckt
entfaltet Schmidt der über ein profundes Ingenieurswissen verfügt nach dem Krieg ein
Technik-Denken das sich immer mehr der Philosophie annähert. Ende der sechziger Jahre nachdem
die Kybernetik zum Beispiel in der Pädagogik geradezu populär geworden ist findet Schmidt zu
einer von der Kybernetik ausgehenden Anthropologie. Zu dieser Zeit war er bereits zu einer
internationalen Galionsfigur der Kybernetik geworden. Seine Arbeit wurde als "epochemachend"
bezeichnet selbst noch für die Politik. Heute in Zeiten des Siegeszuges einer
super-intelligenten Technologie die unsere Welt radikal verändern wird und bereits verändert
gehört die Berücksichtigung von Schmidts Werk zum Verständnis dessen was hier und jetzt
geschieht. Der Band "Automat und Existenz" bringt von Peter Trawny ediert und kommentiert
erstmals die wichtigsten Texte dieses Technik-Denkers. Ein Vorwort stellt sie in den
Zusammenhang der zeitgenössischen Diskussionen zwischen bekannten Philosophen wie Arnold Gehlen
und Martin Heidegger.