Seit Jahrzehnten beschleunigen sich die Entwicklungsdynamiken digitaler Technologien und
digitalisierter Kultur eher als dass sie sich beruhigen. Forschung zur Digitalisierung
insbesondere in Feldern ästhetischer Praxen und kultureller Bildung hat es mit einem
ausgesprochen fluiden Gegenstandsbereich zu tun. Auf dem Markt werden immer neue MusikmachDinge
angeboten um eventuell kurz darauf wieder zu verschwinden. Gleichwohl prägen sie die
Aneignungsvorgänge Praxis und Ästhetik ganzer Musikkulturen. Die Herausforderungen für
Forschung sind entsprechend nicht gering: In gegenstandsbezogener Perspektive muss der
erkundende und forschende Blick sich immer wieder neu justieren - gerade in Bezug auf Künste
und ästhetische Praxen die selbst Digitalisierungsprozesse immer stärker thematisieren und in
ihrer Form reflektieren. In methodologischer und methodischer Perspektive bedarf es der
Entwicklung neuer den (post-)digitalen Praxen angemessener Forschungsweisen. Die vorgestellten
Studien zeigen auf inwiefern erst die Kombination aus Gegenständen oder Dingen seien sie
physischer kulturtechnischer technologischer konzeptioneller und oder sozial-kultureller
Natur den Zugang und damit auch die Rolle menschlicher Akteur_innen in den jeweiligen
Handlungszusammenhängen formt. Die im Buch versammelten Forschungszugänge reichen von
symmetrisch-soziomateriellen Konstellationen bis hin zu dezentriertheitssensiblen
wissenssoziologisch fundierten Blickweisen auf (Sozio-)Materialität. Dabei geht es um
inhaltliche Aspekte von Design und Produktion Wissen und Bildung sowie Konsumtion Prosumtion
und Nutzung.