Autonomie ist bei Kant moralische Selbstgesetzgebung. Gesetzgeber ist die allen Menschen
gemeinsame überindividuelle Vernunft. Dieses Konzept hat die Stärke die Eigenart des
moralischen Phänomens gegen alle Arten des naturalistischen Fehlschlusses zu sichern
andererseits die Schwäche unsere Vernunft wie sie uns als suchende und irrtumsanfällige in
der Erfahrung gegeben ist zu überfordern. Die Vernunft die das Gesetz gibt ist eine andere
als jene die es erkennt. Trotzdem ist Kants gesetzgebende Vernunft kein Phantom. Wie man beide
Arten von Vernunft zusammendenken kann hat Kant nie gezeigt. Wertethisch und christlich
inspiriertes Denken kann eine Antwort geben ohne wieder hinter Kant in eine heteronome Ethik
zurückzufallen.