Der 32. Band des E.T.A. Hoffmann-Jahrbuchs versammelt innovative Perspektiven auf Hoffmanns
Erzähltexte. Hoffmanns schreibender Kater Murr aus den "Lebens-Ansichten" wird vor dem
Hintergrund der Cultural Animal Studies mit zoologischen und naturhistorischen Diskursen der
Zeit um 1800 neu gelesen. Mit Funktionen der Deixis im "Meister Floh" befasst sich ein weiterer
Beitrag unter narratologischer und rezeptionsästhetischer Perspektive und eröffnet so Fragen
nach den narrativen Instanzen und der raumzeitlichen Orientierung des Textes. Ein Aufsatz
ordnet die vermeintliche Heilung in Hoffmanns Erzählung "Das Sanctus" in medizinhistorische
Kontexte ein und fasst sie in Rekurs auf Foucault'sche Disziplinarmaßnahmen als Normalisierung.
Drei Beiträge beschäftigen sich mit den "Fantasiestücken in Callot's Manier". So wird die
Titelvignette zum ersten Band der Errzählsammlung in den Blick genommen. Für Hoffmanns
"Abenteuer der Sylvester-Nacht" werden Strukturen der Verdopplung herausgearbeitet während der
letzte Beitrag die verschiedenen Quellen für das Vorwort der "Fantasiestücke" erschließt. Der
Gesellschaftsteil dokumentiert Neuigkeiten aus der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.