Angela Merkel und Donald Tusk standen symbolhaft für die deutsch-polnische Partnerschaft in der
jüngsten Vergangenheit. Doch hält diese Partnerschaft dem Blick hinter die Kulissen stand? Wie
erfolgreich war die damalige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen in der Europäischen
Union und Nordatlantischen Allianz tatsächlich? Und was können wir daraus für die
Herausforderungen unserer Gegenwart und Zukunft lernen? Diese Fragen untersucht die Studie und
stellt dadurch die deutsch-polnischen Beziehungen in der Außen- und Sicherheitspolitik
2007-2015 aus zeitgeschichtlicher Perspektive auf den Prüfstand. Dabei wird der Eindruck einer
Partnerschaft widerlegt. Zwar waren die bilateralen Kontakte so eng wie nie zuvor doch beide
Seiten kamen nicht über den reinen Dialog hinaus zu gemeinsamem Handeln. Nicht zuletzt warf
auch die belastende Vergangenheit immer wieder ihren Schatten auf das bilaterale Verhältnis.
"Die Abhandlung ist einem breiten Publikum sowie all denjenigen Lesern die sich mit den
deutsch-polnischen Beziehungen sowie den Beziehungen zwischen Deutschen und Polen befassen
sehr zu empfehlen. Es handelt sich um eine wegweisende Monographie zu diesem Thema auf dem
deutschen Buchmarkt. Sie ist hervorragend geschrieben sorgfältig dokumentiert und inhaltlich
äußerst fundiert. Sie entlarvt falsche Vorstellungen und Mythen über die sogenannte
deutsch-polnische Partnerschaft. Ohne Zweifel bietet sie einen riesigen Fundus an verlässlichem
wissenschaftlichen Wissen." Prof. Dr. habil. Krzysztof Miszczak Leiter "Internationale
Sicherheit" Warsaw School of Economics Warschau Ehemaliger Direktor der Stiftung für
deutsch-polnische Zusammenarbeit "Die Studie ist daher in dreierlei Hinsicht ein großer
Gewinn: erstens ist die gelungene analytische Verflechtung der deutsch-polnischen
Ereignisgeschichte im Sinne eines Beitrags zu einer europäischen Geschichtsschreibung -
jenseits allzu enger nationaler Perspektiven - begrüßenswert und hält allen voran für deutsche
Leserinnen und Leser vielfältige Erkenntnisse bereit. [...] Das zweite Verdienst sind jene
Erkenntnisse die das in Deutschland gepflegte Narrativ von Polens "besserem" Verständnis von
Russland relativieren. Denn auch die Regierung Tusk hatte das imperial-aggressive Agieren
Russlands unter Putin längst nicht so klar erfasst wie es heutzutage gern dargestellt wird.
[...] Das generelle deutsch-polnische Verhältnis in der Außen- und Sicherheitspolitik
bezeichnet der Autor treffend als "gegenseitige Dialogtherapie" (S. 548) in der jede Seite
ihre Hoffnungen Illusionen und Traumata dialogisch behandeln wollte. Auf der Strecke blieben
dabei konkrete operative Ergebnisse die eine echte deutsch-polnische Interessensgemeinschaft
von der Qualität der deutsch-französischen Beziehungen hätten begründen können. Dieser Befund
ist der dritte Mehrwert der Arbeit denn er zeigt dass jenseits gut klingender Sonntagsreden
und symbolischer Gesten die politische Beziehungssubstanz zwischen beiden Ländern noch stark
ausbaufähig ist. Dies in der gebotenen Differenziertheit wissenschaftlich fundiert
herauszuarbeiten und damit ein besseres Verständnisfundament für die politische Praxis gelegt
zu haben ist das bleibende Verdienst der Studie die zuvorderst deutschen Leserinnen und
Lesern nahezulegen ist." Dr. Jakob Kullik Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur
für Internationale Politik Technische Universität Chemnitz Chemnitz