Dieses Buch untersucht wie koloniale Kontinuitäten in deutschen Städten sichtbar und zum
Gegenstand reflexiver Lerngelegenheiten gemacht werden können. Dabei wird deutlich dass
postkoloniale Stadtrundgänge eine geeignete Methode darstellen um materielle und immaterielle
Spuren des europäischen Kolonialismus im öffentlichen Stadtraum nicht nur zu erkennen sondern
auch kritisch zu hinterfragen. Dahinterliegende gesellschaftliche Machtverhältnisse können
diskutiert und unter Umständen sogar neu gedacht werden. Die Autorin analysiert
kolonialkritische Stadtrundgänge als reflexive Lernräume die eurozentrische Perspektiven
irritieren zum Perspektivwechsel anregen und ein Bewusstsein für globale Ungleichheiten
schaffen. Fundiert durch postkoloniale Theorien und eingebettet in den Kontext transformativer
Bildung verbindet die Arbeit empirische Forschung mit Bildungsforschung und
Erinnerungsdiskursen. Interviews mit Initiativen Befragungen von Teilnehmenden und
teilnehmende Beobachtungen liefern neue Erkenntnisse über Wirkung Herausforderungen und
Potenziale postkolonialer Bildungsarbeit im Stadtraum.