Der gegenwärtige Rechtsruck prägt politische Debatten gesellschaftliche Stimmungen und
institutionelle Dynamiken. Die Einstufung der AfD als rechtsextrem und deren deutliche
Stimmengewinne zeigen dass es sich nicht mehr nur um ein Randphänomen handelt sondern um eine
tiefgreifende Verschiebung innerhalb der politischen Kultur. Dennoch bleiben viele Diskussionen
oberflächlich: Es wird über Protesthaltungen und Besorgnisse spekuliert ohne die strukturellen
Ursachen und langfristigen Entwicklungen zu verstehen. Der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe
fragt daher welche historischen und gesellschaftlichen Prozesse den Rechtsruck tragen - und
welche Strategien ihm entgegenzusetzen sind. Er plädiert für eine langfristige Perspektive die
Gegenwart Vergangenheit und Zukunft zusammendenkt. Strategien gegen Rechts müssen auf
unterschiedlichen Feldern ansetzen: im digitalen Raum in Bildung Kultur Politik und
Arbeitswelt. Denn rechte Politik lebt von der Idee der Ungleichheit ihr zu begegnen heißt
soziale Gerechtigkeit und demokratische Freiheit neu zu verbinden. Die Beiträge dieser Ausgabe
eröffnen eine interdisziplinäre Debatte die über bloße Diagnose hinaus Wege zu einer
reflektierten solidarischen und demokratischen Praxis aufzeigt.