Es war Karl Heinrich Ulrichs der 1864 der »Liebe die ihren Namen nicht zu nennen wagt«
erstmals einen Namen gab: Inspiriert vom griechischen Gott Uranos bezeichnete er
gleichgeschlechtliches Begehren als Uranismus. Mit dem Begriff forderte er als einer der Ersten
überhaupt öffentlich das Recht ein anders zu lieben. Auf Ulrichs Spuren träumt Paul Preciado
von einem Apartment auf dem Uranus einem Ort fern der irdischen Kategorisierungen und
Festlegungen einem Ort der sexuellen Dissidenz. Preciados in diesem Band versammelte Texte
verdichten sich zu der Erzählung eines Übergangs: einer durch die Einnahme von Testosteron
angestoßenen Transformation des eigenen Körpers und der eigenen Identität - von Beatriz zu
Paul. Zugleich dokumentieren und analysieren sie die im Wandel begriffenen politischen
Verhältnisse. Von den Protesten im krisengebeutelten Athen über die verzweifelte Situation der
Flüchtlinge auf den griechischen Inseln bis hin zur Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien
begleitet Preciado Kämpfe um Würde und Autonomie.