»Weder dynamisch noch statisch sehe ich die Schönheit sondern so wie ich dich gesehen habe.
So wie ich gesehen habe was zur festgesetzten Stunde und für eine festgesetzte Zeit - und ich
hoffe und glaube mit ganzer Seele daß sie sich noch einmal werden festsetzen lassen - dich mit
mir harmonieren ließ.«Nadja ist die Geschichte einer zufälligen Begegnung die zugleich die
Aktualisierung einer lange bestehenden äußerst intensiven Bekanntschaft zu sein scheint. Nadja
wird geschildert als eine junge Frau die auf geheimnisvolle Weise mit dem Erzähler vertraut
ist und sich rein intuitiv seinem Leben und seinen Gedanken nähert.Diese Erzählung 1928
erschienen (und 1963 vom Autor revidiert) gehört längst zu den Standardwerken des Surrealismus
und ist eine »Basisschrift der klassischen Moderne« (Karl Heinz Bohrer). André Breton
(1896-1966) beschließt sie programmatisch mit einer berühmt gewordenen Definition der
Schönheit: »Die Schönheit wird KONVULSIV sein oder sie wird nicht sein.«