Die Themen dieser Studien zur Hermeneutik reichen von Hegels Kritik an Friedrich Schlegel bis
zu Gadamers Auseinandersetzung mit der »traditionellen« Hermeneutik. Systematische
Fragestellungen stehen auch dort im Vordergrund wo scheinbar rein historische Bezüge
untersucht werden. So geht es in der Frage des Umgangs der Interpreten Haym und Dilthey mit der
Frühromantik um die Möglichkeit eines historischen Wiederverständnisses was sich in anderem
Zusammenhang als die Aufgabe der philosophiegeschichtlichen Rekonstruktion von
Artikulationsrahmen erweist. August Boeckhs Formel für die Arbeit der Philologie: »Erkenntnis
des Erkannten« ist Leitthema in dem Sinn daß diese Studien letztlich auf eine hermeneutische
Theorie der Verständigung über Verstandenes abzielen wie sie im Schlußteil skizziert wird.
Historischer Bezugspunkt für alle Aufsätze ist Dilthey dessen Verstehenstheorie nicht
systematisch abgehandelt sondern in vielfältigen Bezügen reflektiert wird.