Ein bahnbrechendes Werk über die Quellen unseres modernen Selbst. Michel Foucaults
Vorlesungen am Collège de France aus den Jahren 1980 und 1981 markieren einen Wendepunkt in
seinem Werk und leiten über zu seinen beiden letzten großen Studien Der Gebrauch der Lüste und
Die Sorge um sich . Die antike Lebenskunst und Ethik treten nun ganz in den Fokus der Analyse
mit dem Ziel einer Genealogie der Sexualmoral der Gegenwart. 'Was geschah während des 1.
Jahrhunderts unserer Zeitrechnung am Übergang von einer paganen zu einer christlichen Moral?'
so Foucaults Ausgangsfrage. Durch eine minutiöse Untersuchung antiker medizinischer Schriften
und Abhandlungen über die Ehe die Liebe sowie die Deutung erotischer Träume legt er ein
Verhältnis des Selbst zu seinen Lüsten frei das der christlichen Angst vor der Fleischeslust
und der Konstruktion einer modernen Sexualwissenschaft vorausging. Schon im griechischen Denken
beginnt sich eine Einteilung der Geschlechter nach Aktivität und Passivität zu etablieren und
bereits im Stoizismus des römischen Kaiserreichs entwickelt sich ein Modell der Ehe das auf
lebenslanger Treue basiert sowie eine Disqualifikation der Homosexualität jedoch integriert
in eine umfassende Lebenskunst. Erst das Christentum transformiert diese Formen der
Subjektivität und Sexualität zu Objekten des Wissens und einer Moral die uns bis heute prägt.