Dies ist eine Liebesgeschichte. Sie spielt im Juni im Juli im August in Adana dreitausend
Kilometer weit weg von Berlin. In Berlin lebt Zeko. Hier trifft er Männer in Parks und Cafés
auf Dating-Apps und vor der Moschee. Doch jedes Mal wenn sich ihre Lippen berühren reißen ihn
die Gedanken zurück zu Hassan dem Nachbarsjungen in Adana den Dede sein Großvater immer nur
'Hundesohn' nennt. Zeko kennt das laute Viertel den Staub in den Gassen nur aus den
Sommerferien. Dann stirbt Dede an einem Herzinfarkt. Aber Zeko will nicht vergessen nicht den
Großvater der alten Männern die Sorgen aus dem Bart schnitt und auf Arabisch sang nicht die
religiösen Rituale und den Geschmack von Bamya. Und vor allem nicht Hassan. 'In neun Tagen
werde ich Hassan wiedersehen' wiederholt er wie ein Mantra: beim Freitagsgebet in der
Therapiesitzung im Prinzenbad beim Mittagessen mit seiner besten Freundin Pari. Aber etwas
ist geschehen als Zeko und Hassan sich das letzte Mal sahen. Etwas das immer heftiger
heraufdrängt je näher der Tag seiner Abreise kommt. Hundesohn erzählt radikal und poetisch
von Liebe und Begehren. Von der Euphorie und Verletzlichkeit der Angst und dem Glück wenn man
liebt. Vom leisen Schrei und lauten Flüstern: am Küchentisch in fremden Betten und im Gebet.
Und vermisst dabei unsere zerrissene Gegenwart über alle Grenzen von Ländern Sprache und
Körper hinweg.