'Die Massen sind so etwas wie die Sphinx der antiken Sage: man muß die Fragen die ihre
Psychologie uns stellt lösen und darauf gefaßt sein von ihnen verschlungen zu werden.' Mit
seinem Buch 'Psychologie der Massen' das 1895 in der französischen Originalfassung und 1908
erstmals auf Deutsch in der vorliegenden Übersetzung von Rudolf Eisler erschien wurde Le Bon
zum Begründer der Massenpsychologie und zum bedeutenden Wegbereiter soziologischer wie
psychologischer Forschungen. Er vertritt die Auffassung dass die Masse auch bei Angehörigen
der Hochkultur die Kritikfähigkeit und damit auch die 'Individualität' des Einzelnen
verwischt: Der einzelne Mensch verliere sich in der Masse und verhalte sich rein affektiv die
Massensituation an sich löse Leichtgläubigkeit aus und unterliege den Gesetzen der psychischen
Ansteckung. Für den Führer der die Massen zu lenken verstehe sei es daher ein Leichtes sie
zu beherrschen - ein Ansatz der in der Rückschau geradezu prophetisch wirkt. Der Titel ist
auch in normaler Schrift lieferbar (ISBN 978-3-520-09915-0)