Ein Kaiser dem der eigene Krieg so an die Nieren geht dass er alles versucht um künftige zu
verhindern sie gar verbietet? Sie bekämpft mit ethisch-moralischen Mitteln? Es gibt wenige
Persönlichkeiten die für die Geschichte Südasiens wichtiger gewesen wären als Kaiser Ashoka
der über ein größeres Gebiet herrschte als je ein anderer auf dem indischen Subkontinent vor
den Briten. Dabei versuchte er nicht nur sein Territorium zu beherrschen sondern die Menschen
seines höchst heterogenen Reichs zu vereinen: durch einen Personenkult vor allem jedoch durch
den Kult einer Idee - des Dharma als Dreh- und Angelpunkt einer neuen moralischen Ordnung.
Diese neue Moralphilosophie sollte aber nicht nur von den Menschen seines Reiches sondern auch
von Herrschern und Völkern anderer Länder verinnerlicht werden als Grundlage für Ashokas
Theorie der internationalen Beziehungen nach der die Ausübung des Dharma zum Ende
internationaler Konflikte führen würde. In seinem hochgepriesenen Buch stützt sich Patrick
Olivelle auf Ashokas Inschriften sowie auf die Kunst und Architektur die er entwickelt hat um
Mythos von Historie zu trennen und ein detailliertes Bild von diesem Ausnahmekaiser zu
zeichnen: als Herrscher Buddhisten Moralphilosophen und Ökumeniker der ein riesiges
multiethnisches mehrsprachiges und multireligiöses Reich regierte und vereinte.