Die Bedeutung von gestörten Bindungen für das Gesundheitssystem und allgemein für die
Verfassung der Gesellschaft wird erheblich unterschätzt. Warum ist das so? Hochgradig
belastende und traumatisierende Kindheitserfahrungen können zu sehr unterschiedlichen
psychiatrischen Erkrankungen führen. Als solche tauchen sie später in der Statistik auf die
betroffenen Menschen werden symptom- und störungsspezifisch behandelt der Ursprung des Dramas
bleibt jedoch meist im Dunkeln. Alexander Trost beleuchtet in diesem Grundlagenwerk Bindung im
wissenschaftlichen und empirischen Kontext aus historischer Perspektive aus der Sicht der
evolutionären Bindungstheorie und der Kulturanthropologie. Er erläutert Definitionen und
Ausdrucksformen von Bindungstraumatisierungen und Bindungsstörungen verständlich und praxisnah
und erklärt wie sie in die gängigen Klassifikationssysteme ICD und DSM und alternative Modelle
eingeordnet werden. Anhand zahlreicher Fallbeispiele stellt er die wichtigsten
Erklärungsmodelle und Behandlungsansätze sowie Maßnahmen für die Prävention von
Bindungsstörungen vor. Eine professionelle bindungsorientiert-systemische Behandlung und
Pädagogik trägt zu einer Beendigung der Weitergabe unsicherer Bindungsmuster bei. Mit diesem
Buch sind alle die Menschen beraterisch-therapeutisch begleiten dafür bestens gerüstet.