Während eines Filmabends entdeckt Maryam Aras ihren Vater auf der Kinoleinwand. Bei einer
Protestveranstaltung gegen den Shahbesuch 1967 in Berlin sitzt er zwischen anderen Studierenden
auf dem Boden. Für sie ist es der Beginn einer Spurensuche - nach ihrer Kindheit in der
iranischen Diaspora in Köln der Gewissheit dass ihr Vater nicht nach Iran reisen kann der
Geschichte seiner und ihrer Politisierung. In diesem literarischen Essay schreibt Maryam Aras
die politische Biographie ihres Vaters zieht Erzähllinien zwischen dem Staatsstreich 1953 in
Iran einer transnationalen 1968er-Bewegung dem Kölner Arbeiterviertel Mülheim und einer
Familiengeschichte in der der Luxus unpolitisch durchs Leben zu gehen nie existiert hat. Für
ihre publizistischen Arbeiten unter anderem für Dinosaurierkind wurde Maryam Aras 2025 mit
dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet. 'Maryam Aras gelingt ein großes Kunststück: Sie
verwebt die Biographie ihres Vaters und ihr Aufwachsen an seiner Seite mit der Geschichte Irans
und der Diaspora in Deutschland. Zugleich erzählt sie vom Kampf um Selbstbestimmung vieler
Länder des sogenannten Globalen Südens. Berührend gehaltvoll vielschichtig.' Nava Ebrahimi