Kann Weltbürgertum mehr sein als eine Utopie? Dem Staatsrechtler Carl Schmitt zufolge nicht:
Kosmopolitismus löse sich in Luft auf sobald man versuche ihn in die Praxis umzusetzen es
handele sich um eine Weltsicht die entpolitisiere. Doch in der Zeit zwischen dem Ersten und
dem Zweiten Weltkrieg in den Jahren von 1919 bis 1939 gab es Projekte in denen
Kosmopolitismus ernst genommen und anzuwenden versucht wurde. Ein Vorhaben das viele Fragen
aufwarf: Wie führt man eine gemeinsame Sprache ein die es der Menschheit ermöglicht zu einer
Einheit zusammenzufinden? Lassen sich Kinder und Jugendliche zu Weltbürgern erziehen? Wie soll
eine künftige Weltregierung die Loyalität ihrer Beamten gewinnen wenn diese gleichzeitig ihren
Herkunftsländern verpflichtet sind? Malte König untersucht die Handlungswirksamkeit
kosmopolitischen Gedankenguts in der europäischen Politik der Zwischenkriegszeit. Nicht die
Utopien stehen im Zentrum sondern die konkrete Umsetzung des Kosmopolitismus in den Feldern
Kommunikation Erziehung gelebte Weltgemeinschaft Menschenrechte und Völkerbund.