Im langen 18. Jahrhundert bildeten sich Seeschlachten als zentrales Element militärischer
Gewalt im atlantischen Raum heraus. In ihnen verdichteten sich spezifische Gewaltpraktiken wie
Verbrennen Entern Jagen und Beschießen die Form Ablauf und Wahrnehmung des Gefechts
maßgeblich bestimmten. Sarah von Hagen zeigt wie diese Praktiken zwischen 1665 und 1783 in der
britischen französischen und niederländischen Seekriegsführung vollzogen geregelt und
gedeutet wurden und wie sich ihr Wandel aus dem Zusammenspiel von Raum Technik und sozialen
Ordnungen ergab. Im Zentrum dieser Dynamiken standen Kriegsschiffe die als technisch
funktionale sozial strukturierte und kulturell codierte Räume sowohl Gefechtsfeld als auch
Lebenswelt waren - Orte an denen Gewalt organisiert erfahren und erinnert wurde. Aus
historisch-anthropologischer Perspektive eröffnen schriftliche bildliche und literarische
Auseinandersetzungen mit Gefecht Verwundung und Tod neue Zugänge zur Erfahrungsdimension
maritimer Gewalt. Mit ihrem maritimen Fokus eröffnet die Studie neue Perspektiven auf
Schlachten die in der deutschsprachigen Forschung bislang weitgehend unberücksichtigt blieb.