Thomas Manns hochaktuelle Meistererzählung aus dem Jahr 1930 Torre di Venere Mitte August:
Es ist heiß und voll in dem italienischen Badeort an der Mittelmeerküste. Der Strand ist fest
in der Hand der 'inländischen Mittelklasse' die sich als wenig gastfreundlich und anstrengend
patriotisch erweist. 'Ärger Gereiztheit Überspannung' liegen von Anfang an in der Luft und
entladen sich eines Abends bei einer Vorstellung des Zauberers Cipolla. Durch Hypnose
manipuliert Cipolla seine Zuschauer und findet im Kellner Mario das geeignete Opfer das sich
ihm willenlos unterwerfen soll ... Thomas Manns 1930 erschienene Novelle wurde gleich nach
Erscheinen als politische Parabel zum aufkommenden Faschismus in Europa gelesen. Ein
zeitgenössischer Kritiker schrieb: 'Wenn Mussolini etwas von Kunst verstünde müsste er diese
Novelle in Italien verbieten lassen.'