★★★★★
k.A.
19.08.2026
ean-shopping.de
Dieses Manual bietet eine fundierte Grundlage für die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung, da es den Fokus auf die Wiederherstellung von Vertrauen legt. Obwohl es sehr hilfreich ist, wünsche ich mir etwas mehr praktische Übungen für die Anwendung im Alltag.
Demjenigen der mich als Kind geschlagen, verletzt und gedemütigt hat, würde ich heute niemals die Ehre zuteilwerden lassen, mit ihm in eine dialogische Ich- Du Beziehung zu treten im Sinne des dialogischen Prinzips, das Martin Buber in seinem 1923 erschienenen Hauptwerk, beschrieben hat.Für mich könnte diese Auseinandersetzung immer nur auf einer Ich-Es Ebene stattfinden. Es das Trauma. Es das Introjekt. Es, das übergriffige, gewalttätige Verhalten, das aufs schärfste verurteilt und von dem es sich so weit wie möglich zu distanzieren gilt.Ich- Du hingegen, das könnte sehr wohl, für die Beziehung zwischen dem Ich und dem Therapeut geschehen, dann wäre es ein Geschenk und eine Frucht eines zunächst unverdienten Vertrauensvorschusses. Einer verletzten Person, die trotz allem darauf vertraut, dass ihr aus dieser Beziehung trotz allem was geschehen ist, etwas Gutes erwächst und Hilfe widerfährt.Dies Buch ist die Frucht einer langen Auseinandersetzung mit dem Thema Trauma, Einer langen fruchtbaren Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Gestalttherapie Fritz Pearls. Die zu Unrecht ein eher untergeordnetes Dasein im therapeutischen Alltag führt. Weil sie mit ihren so einfach, so bestechenden Mitteln, es erlaubt, Personen, Ereignisse, Selbstanteile, Symptome auf den heißen Stuhl zu setzen, sich mit ihnen auseinandersetzen, ihnen all das zu sagen, was es zu sagen gibt und sie als das zu entlassen was sie sind, erledigte Angelegenheiten (Gestalten) von gestern.Zweifel möchte ich anmelden, ob man in den 25 Stunden, die in dem Manual als Ziel vorgegeben werden, wirklich alles schaffen kann was es zu schaffen gibt. Der Beziehungsaufbau, die Herstellung einer fruchtbaren, angstfreien und sicheren Basis, das scheint mir auch in dieser Therapie, die Haupt- Vorarbeit zu sein.Wenn es einmal so weit ist, dass diese Basis hergestellt ist, dann ist es manchmal vielleicht eine einzige, oder wenige Stunden, die den Durchbruch bringen. Die dem Opfer die Möglichkeit geben, das eingefrorene Bild des Ereignisses noch einmal neu anzusehen. Kleine übersehene Details, z.B. eine Abwehrbewegung, oder eine Schutzbewegung zu erkennen. Dann die Verantwortlichkeiten neu zu klären. Ich bin nicht schuld. Du bist der Täter. Du warst der körperlich Stärkere. Aber das hättest du niemals tun dürfen. Ich verachte dich für alles, was du mir zugemutet hast.Die Bücher von Butollo, Hagl und Krüsemann, waren die ersten, die mir geholfen haben, traumatisches Geschehen und Therapie in Ansätzen zu verstehen. Sie sind inzwischen mehrfach gelesen und haben manche Gebrauchsspur. Deswegen wünsche ich diesem Buch von Butollo und Karl, dass es viele angehende Therapeuten unterstützt und sie inspiriert.Wenn ich heute junger Psychologe wäre und die Möglichkeit, meine therapeutische Richtung frei zu wählen, dann würde ich versuchen, ein paar Semester in München zu studieren. Ganz persönlich würde ich das dann mit der hypno- analytischen Teile- Arbeit Peichls verbinden. Aber diese Feinabstimmung muss jeder für sich selbst leisten.