Das 120 schmale Seiten umfassende Büchlein ist eine lose Aneinanderreihung von Anekdoten aus dem Leben des Gastarbeiterkindes, Musikers und späteren (Ober-) Bürgermeisters Toni Vetrano ohne chronologischen und inhaltlichen Zusammenhang.So beginnt das Büchlein mit der Geschichte, dass der Autor mit seinem Freund, mit dem er als junger Mann gemeinsam Unterhaltungsmusik machte, in der Innenstadt von München für eine Hochzeit engagiert wurde, die zum Erstaunen beider dann tatsächlich im Hofbräuhaus stattfand.Nach 13 launigen Seiten, in denen über diesen Auftritt mit einigen kuriosen Begebenheiten berichtet wird, macht der Autor einen Zeitsprung von 23 Jahren und berichtet auf den nächsten 15 Seiten von seiner Krebsdiagnose, wie er damit umging und wie sich dadurch sein Leben verändert hat.Im Anschluss folgen dann wieder Erinnerungen an das Viertel, in dem er aufgewachsen ist und seine ehemalige Erzieherin aus dem Kindergarten, die ihn sehr geprägt hat und die sich im fortgeschrittenen Alter bei ihm gemeldet hat, um ihm zur Wahl zum Bürgermeister zu gratulieren...Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich den Autor seit der Grundschulzeit kenne und mit den Orten seines Wirkens als späterer Bürger- und Oberbürgermeister vertraut bin.Ich erhoffte mir aus der Vorankündigung des Buches in der Presse eine Reise zurück in unsere gemeinsame Jugend machen zu können, mehr über das Leben eines Gastarbeiterkindes in den Siebziger- und Achtziger Jahren erfahren zu können oder Informationen über das Wirken des Autors als Oberbürgermeisters der Stadt zu erhalten, in der ich seit 18 Jahren lebe.Aber leider werden viele Themen nur angerissen, einzelne Begebenheiten werden erzählt aber genau dann, wenn man sich erhofft, dass jetzt noch mehr kommt, endet das Kapitel und es wird wieder etwas völlig Anderes erzählt.Und so fragte ich mich schließlich, für wen das Büchlein denn geschrieben wurde und wer nun eigentlich zur Zielgruppe gehört.Für einen Ortsunkundigen, der Anekdoten und Erlebnisse eines Bürgermeisters lesen will, kommt dieser Bereich zu kurz, außerdem fehlen für ihn die Hintergrundinformationen über die besonderen Strukturen des Weinortes Durbach und der Grenzstadt Kehl, damit er die Geschichten auch einordnen kann.Für jemanden, der sich für den nicht einfachen Werdegang eines Gastarbeiterkindes in den Siebzigern und Achtzigern interessiert, das es letztlich immerhin bis zum Oberbürgermeister einer großen Kreisstadt gebracht hat, wird auch dieses Thema nur gestreift.Am Ende sind es einfach zu Papier gebrachte Blitzlichter eines Menschen, der dieses Jahr 60 geworden ist und sein erlebnisreiches Leben gedanklich revuepassieren lässt.