Die Arbeit eröffnet eine neue Perspektive auf das eigentümliche Phänomen dass bestimmte
komplexe Verben nicht in Verbzweitstellung (V2) auftreten können. Sätze wie Der Regisseur
uraufführt das Stück. bzw. Der Regisseur führt das Stück urauf. werden allgemein als
ungrammatikalisch abgewiesen. In Verbletztstellung (... dass der Regisseur das Stück
uraufführt.) können diese Verben allerdings problemlos verwendet werden. Während bisherige
Analysen einen monokausalen Erklärungsansatz für die Stellungsrestriktion verfolgten wird
mittels empirischer Verfahren gezeigt dass das Phänomen durch ein komplexes Zusammenspiel
verschiedenster Faktoren begründet ist. Die Kernthese ist dass die meisten der sog.
NonV2-Verben gar keine Verben sind sondern Substantive oder Adjektive. Faktoren die gemeinhin
als stellungsrestringierend gelten hemmen letztlich das Auftreten finiter Verbformen. Dies
spricht dafür dass eine syntaktische Blockierungsregel als unabhängiges Phänomen gar nicht
existiert sondern ein Epiphänomen anderer Faktoren darstellt.