Dieses beschwingt und pointiert geschriebene Buch beschreibt die 300-jährige Romanze der
Österreicher mit "ihrem" Standarddeutsch. Das österreichische Hochdeutsch so das Argument ist
der passende Standard für Österreich der leider andernorts nicht immer als solcher gesehen
wird. Der Bogen wird gespannt oft überspitzt illustriert von Maria Theresia (der damals
deutschen Kaiserin) über Ludwig Wittgenstein (dessen unbekanntes Wörterbuch des
österreichischen Hochdeutsch) der Nazizeit (als Deutsch als Waffe benutzt wurde) bis zum
Germanistenstreit der Jetztzeit. Der Fokus ist konsequent auf das oft totgesagte
österreichische Hochdeutsch gerichtet das sich durch die "Liebe" seiner Sprecher gegen viel
Druck erhalten hat. Dollinger Rieger-Roschitz und Schwaighofer zeigen auf wie die Germanisten
der Nazizeit den Diskurs wesentlich prägten und wie heutige Skeptiker zwar nichts mehr mit
diesem Gedankengut zu tun haben aber oft unreflektiert die selben Argumente ins Treffen
führen. Sie ermutigen die Sprecher sich weiterhin nicht einschüchtern zu lassen und das Wort
zu erheben für Anrainer Pickerl Sackerl und König mit g (nicht als ch
ausgesprochen) etcetera. Gerade weil die Welt immer vernetzter wird.