Trotzig ist wer womöglich gegen bessere Einsicht an etwas Unvernünftigem festhält. Man
verbindet Trotz mit Eigensinn ja Sturheit zum anderen ist er eine Bedingung des Widerstands:
Wer jemandem trotzt der widersetzt sich mitunter auch einer Übermacht. In ihrem Essay befasst
sich Daniela Strigl mit historischen und literarischen Phänomenen des Aufbegehrens gegen die
Obrigkeit. Mag der Querulant einen üblen Ruf genießen und der "Querdenker" jüngst in Verruf
geraten sein so nötigt uns der Querkopf doch nach wie vor Respekt ab. In seiner weiblichen
Ausprägung galt er lange als besondere Provokation. Doch macht all das den Trotz schon zur
Tugend? Und ist Kunst in einer feindlichen Umgebung nicht auf Trotz angewiesen?