Der Gestapo gelang es trotz wenig Personal zwischen 1938 und 1945 Widerstandsgruppen aus
sämtlichen politischen Lagern aufzuspüren zu unterwandern und zu zerschlagen. Wie war dies
möglich? Durch den systematischen Einsatz von Spitzeln die teils freiwillig teils unter
massivem Zwang mit der Gestapo kooperierten. Widerstand und Verrat waren in der NS-Ära
unauflöslich miteinander verknüpft. An dieser Erkenntnis wird sich jede ernsthafte zukünftige
Forschung über den Widerstand unter dem NS-Regime orientieren müssen. Auf der Grundlage
langjähriger Recherchen in österreichischen deutschen und russischen Archiven dokumentiert und
analysiert Schafranek die immense und lange Zeit unterschätzte Bedeutung von V-Leuten vor allem
in Österreich aber auch in anderen Gebieten des Deutschen Reiches. Sie drangen in
antifaschistische Widerstandsgruppen ein und infiltrierten diese mitunter jahrelang. Die
Unterwanderung erreichte kaum vorstellbare Dimensionen wie etwa die Gründung eines von der
Wiener Gestapo 1942 geschaffenen »Zentralkomitees« der KPÖ dem neben einigen »echten«
KP-Sympathisanten von Beginn an drei V-Leute angehörten zeigt.